Dienstag, 7. Mai 2013

Incarceron, Fliehen heißt sterben - Catherine Fischer

Incarceron
 

Das Buch:

 

Informationen:

Seiten: 480
Preis: 18,99€
Autorin: Catherine Fischer
Verlag: Penhaligon
 
 
 

Inhalt:

"Sein Körper ist gefangen, doch sein Herz ist frei

Incarceron ist ein gewaltiges Gefängnis. Sein Inneres besteht aus gigantischen Metallwäldern, verfallenen Städten und endlosen Weiten. An diesem Ort gibt es weder Freundschaft noch Vertrauen – und es gibt keine Hoffnung auf Entkommen. Doch der junge Häftling Finn hat eine Verbindung zur Welt außerhalb, zu Claudia, der Tochter des Gefängnishüters. Sie ist Finns einzige Chance, aus Incarceron auszubrechen, und er wiederum ist Claudias letzte Hoffnung, dem goldenen Käfig ihres eigenen Lebens zu entfliehen. Doch Finns und Claudias größter Feind ist Incarceron selbst, das seine Insassen wie ein hungriges Raubtier belauert. Denn dieses Gefängnis lebt ..."
(Q)
 
 

Meine Meinung:

Zuerst einmal muss ich sagen, dass mir der Schreibstil wirklich gefallen hat. Die Art wie das Geschehen im Buch beschrieben wird wirkt sehr realistisch und gut umgesetzt. Dennoch gab es ein paar wenige Stelle, wo ich mir nicht sicher war, ob das nun vom Schreibstil her so beabsichtigt war, oder ob die 'Geheimnisse' einfach zu offen angegangen worden sind und somit, zumindest für mich, doch recht schnell klar waren. Damit wurde das Buch im Mittelteil etwas zäh zu lesen.
Der Schreibstil gibt die Handlung spannend und teils recht actionreich wieder und schaffte es so schon nach kurzer Zeit mich in das Geschehen zu saugen und eine tolle Atmosphäre aufzubauen.
 
Die Charaktere in dem Buch fand ich sehr gelungen und ich konnte mich auch recht gut mit Claudia identifizieren. Sie ist von der Art her niemand, dem alles zugeflogen kommt. Gut, durch ihren Vater genießt sich vielleicht Privilegien, dennoch ist das Leben für sich nicht unbedingt leicht. Somit ist sie in der Lage auch für Dinge aktiv zu kämpfen und sich durchzusetzen, macht dies jedoch mit Gehirn. Sie scheint jede Situation erst einmal genau zu überdenken, ehe sich sich kopfüber ins Geschehen wirft. Rational denkende Menschen sind in Bücher für mich immer sehr von Vorteil, da ich sie einfach besser verstehe. Ihre Handlungen wirken echt und realistich. Dennoch spielen bei Claudia auch einige Emotionen eine wichtige Rolle und somit kommt auch die tiefgängige Seite des Buches nicht zu kurz. Manchmal fand ich ihre 'Aufstände' etwas zu weit hergeholt, dennoch kann ich wirklich schwer sagen, was ich an ihrer Stelle getan hätte und somit kann ich mich damit zufrieden geben, da es durchaus als Handlungsart infrage käme.
 
Auch der männliche Hauptcharakter Finn, die Sichten wechseln übrigens Kapitelweise, finde ich sehr sympathisch. Für die Rolle innerhalb des Gefängnisses finde ich ihn jedoch etwas zu seicht, denn eigentlich herrscht dort ja die Regel "Fressen oder gefressen werden". Oft hatte ich auch das Gefühl, dass er zu abhängig von seinem Eidsbruder Keiro war, da dieser eigentlich seine Stellung gesichert hat, da sich niemand mit ihm anlegen wollte. Dies hat seinen Charakter doch stark abgeschwächt und ihn sehr von Claudia unterschieden.
 
Mein absoluter Lieblingscharakter in dem Buch war jedoch Claudias Vater, also der Hüter. Sein Charakter ist wirklich interessant und er legt in dem Buch eigentlich mit die größte Entwicklung hin.
Von den Charakteren bietet das Buch auf jeden Fall einen große Zahl an Auswahl und ich denke, dort kann wirklich für jeden ein Sympathieträger zu finden sein.
 
Die Handlung fand ich sehr... kompliziert. Einerseits wirklich eine tolle Geschichte, sehr kreativ und auch soweit recht interessant umgesetzt, anderseits fand ich gerade den Mittelteil etwas zäh und ich hätte mir mehr Hintergrundinformationen gewünscht. Ich kann leider auch nicht sagen, in wie weit sich dies in Band 2 verändern wird, aber generell fand ich, dass die Welt zwar furchtbar interessant war, jedoch nur hauchzart angekratzt wurde.
In der Zukunftwelt Claudias gibt es ein Protokoll, welches verlangt, dass die Leute wie im Mittelalter leben sollen. Sprich: Fortschritt ist verboten, Mode aus dem 18. Jahrhundert (oder so was um den Dreh) und auch die Verhaltensregeln erinnern doch stark an frühere Zeiten.
Ich finde es jedoch etwas unklar, wieso die Bevölkerung so etwas zulässt. Wieso wärt sich niemand dagegen? Und wie leben die niederen Stände? Man sieht die Welt immer nur aus Claudias Sicht, doch wie ergeht es dem Rest der Bevölkerung?
Und wie kam es überhaupt dazu, dass man so mir nicht, dir nichts mal die Hälfte aller Menschen in ein Gefängnis stecken konnte???
Ich habe wirklich die Hoffnung, dass ein paar der Fragen noch in Band 2 geklärt werden, denn so finde ich die Idee wirklich etwas zu lau umgesetzt.

Dennoch fand ich die Grundidee des Buches wirklich sehr interessant. Ich hatte mir das Buch eigentlich ganz anders vorgestellt, aber es konnte mich trotzdem positiv überraschen.
 
 

Fazit:

Ein wirklich interessantes Buches, welches seinen Grundidee wegens wirklich lesenswert ist, jedoch teils nicht ganz so gut umgesetzt ist. Dennoch kann sich das Buch durchaus sehen lassen, da es sowohl mit Charakteren, als auch mit Schreibstil punkten kann.
 
 

Bewertung:

 
Schreibstil: 5/5
Charaktere: 4/5
Tiefe: 4/5
Handlung: 3/5
Kreativität: 5/5
 
 


Danke an Blogg-dein-Buch und den Penhaligon Verlag, dafür, dass mir diesen Exemplar zur Verfügung gestellt wurde.
 
LG
Lilli

Kommentare:

  1. klingt interessant werd ich mir mal angucken.

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  2. Uui.. das klingt gut. Mal die Bücherei befragen.

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  3. Hallo Lilli,

    das Buch hört sich wirklich sehr gut an. Hast mich neugierig gemacht :-)

    LG

    Kay

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  4. Ah, da ist ja die Rezi - du hast recht, ein paar offene Fragen sind schon geblieben, aber ich hoffe auch das man die im zweiten Band alle geklärt bekommen. :)

    LG Sarah

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    1. Wird sich zeigen. Ich bin auf jeden Fall schon gespannt, was es in Band 2 noch geben wird :-)

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  5. Arrrrgh, ich MUSS es endlich lesen, Incarceron habe ich mir vor einer gefühlten Ewigkeit auf Englisch gekauft und seitdem versauert es ungelesen im Regal.

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